Wald als Teil der Küstenlandschaft

Wald ist eine echte Besonderheit am Wattenmeer. Umso wichtiger ist es, diesen Teil der Küstenlandschaft von St. Peter-Ording zu schützen und ihn durch Waldumbau auf die zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten.

Klimawandel schädigt Nadelholzwald

Den relativ artenarmen Nadelholzwäldern in St. Peter-Ording kann der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten zunehmend Schaden zufügen. Fehlende Niederschläge setzen die Berg- und Schwarzkiefern unter Stress, wodurch sie für Schädlinge leichter angreifbar und gegen extreme Windereignisse weniger standhaft sind.

„Klima-Wald“: artenreicher Eichen-Mischwald

Für den langfristigen Erhalt des Waldes, auch im Sinne nachfolgender Generationen, soll dieser in einen Mischwald mit Stieleiche als Hauptbaumart umgewandelt werden. Dazu führt der Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Eiderstedt als Waldeigentümer, unterstützt durch das Projekt „Sandküste St. Peter-Ording“, Waldumbaumaßnahmen durch. Über die nächsten Jahrzehnte soll die Baumartenvielfalt im Wald erhöht werden, wodurch das Risiko für großflächige Schäden durch den Klimawandel zukünftig minimiert und die Klimastabilität des Waldes gefördert wird.

Eichen fördern

Für den Wandel hin zu einem artenreichen Mischwald müssen mehr junge Eichen im Dünenwald heranwachsen. Dazu werden im Gebiet Eicheln über Hähersaatkästen verteilt und in einigen Flächen zusätzlich junge Eichen gepflanzt. In „Hähersaatkästen“ ausgelegte Eicheln entnimmt der Eichelhäher und versteckt sie im umliegenden Waldboden als Wintervorrat. Aus Eicheln, die er nicht wiederfindet, wachsen im nächsten Jahr junge Eichen heran.

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© Dr. Annkatrin Weber
© Patras Scheffler

Waldumbau mit dem Eichelhäher

Ziel: Umbau des Dünenwaldes von einem dichten Nadelwald zum artenreichen, klimastabilen und standorttypischen Eichenmischwald.

Abbildungen: Rabe Landschaften & Projektteam „Sandküste“

Schutz der Eichen vor Verbiss durch Rehe

Bereits heute findet man im Wald einige junge Eichen aus Hähersaaten. Mit licht- und luftdurchlässigen Wuchshüllen sowie durch intensive Bejagung werden diese nun geschützt. In den Wuchshüllen können die jungen Eichen so lange heranwachsen, bis sie ausreichend hoch sind und nicht mehr von Rehwild verbissen werden. Die Wuchshüllen werden dann im Anschluss wieder abgebaut.

© Anja Piening
© Sabine Gettner

Bekämpfung der Spätblühende Traubenkirsche

Eine weitere große Herausforderung: Im Wald von St. Peter-Ording breitet sich die Spätblühende Traubenkirsche aus. Diese eingeschleppte Pflanzenart verdrängt heimische Arten und gefährdet die bestehende Waldgesellschaft. Ohne Gegenmaßnahmen könnte diese Art in einigen Waldbereichen sogar die angestrebten Waldumbauprozesse verhindern. Durch regelmäßiges und konsequentes Abhacken bzw. Ausreißen drängen wir die Spätblühende Traubenkirsche daher schrittweise im Wald zurück. Diese Arbeit erfordert Zeit, Geduld und viele fleißige Hände! Wir freuen uns daher immer über Interessierte, die Lust haben, uns bei dieser Arbeit zu unterstützen. Weitere Informationen zu unseren Mitmachaktionen findest du hier.

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